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C. VERSCHIEDENES

C. Verschiedenes

C.1. Kontrastmittel-Extravasate

C.2. Pulmonale Wirkungen jodhaltiger Kontrastmittel

C.3. Wirkung jodhaltiger Kontrastmittel auf Blut und Endothel

C.3.1. Thrombose

C.3.1.1. Jodhaltige Kontrastmittel

C.3.2. Sichelzellanämie

C.3.2.1. Jodhaltige Kontrastmittel

C.3.2.2. Gadoliniumhaltige Kontrastmittel

C.4. Kontrastmittel und Katecholamin-produzierende Tumoren (Phäochromozytom und Paragangliom)

C.5. Schwangerschaft und Stillzeit

C.6. Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen und klinischen Tests

C.7. Sicherheit von Ultraschall-Kontrastmitteln

C.8. Sicherheit von bariumhaltigen Kontrastmitteln

C.9. Kontrastmittel bei Kindern

C.10. Off-Label-Einsatz von Kontrastmitteln

 


C. VERSCHIEDENES

 

C.1. Kontrastmittel-Extravasate

 

Art der Schäden 

  • Die meisten Schäden sind gering.
  • Schwere Schäden beinhalten Hautulzerationen, Weichteilnekrosen und Kompartment-Syndrome.

Risikofaktoren

Von technischer Seite

  • Einsatz eines Power-Injektors.
  • Injektionen in eine wenig geeignete Stelle wie die untere Extremität oder kleine distale Venen.
  • Hohes Kontrastmittelvolumen.
  • Hoch-osmolares Kontrastmittel.

Von Patientenseite

  • Unfähigkeit zu kommunizieren.
  • Brüchige oder beschädigte Venen.
  • Arterielle Insuffizienz.
  • Eingeschränkte lymphatische und/oder venöse Drainage.
  • Adipositas.

Risikoreduktion

  • Intravenöse Techniken sollten immer sorgfältig durchgeführt werden - ausreichende Kanülengröße, geeignete Vene für die notwendige Flussrate während der Injektion beachten.
  • Testinjektion mit Kochsalzlösung.
  • Einsatz nicht-ionischer jodhaltiger Kontrastmittel.

Behandlung

 

 

  • Dokumentation des Extravasates durch ein Röntgenbild der betroffenen Region.
  • Meist reicht eine konservative Behandlung
    • Hochlagern der Extremitäten 
    • Eispackungen
    • Sorgfältige Überwachung 
  • Wenn schwere Schäden auftreten können, sollte ein Chirurg konsultiert werden.

 

C.2. Pulmonale Wirkungen jodhaltiger Kontrastmittel

Unerwünschte Wirkungen an der Lunge

  • Bronchospasmus
  • Erhöhung des pulmonalen Gefäßwiderstands
  • Lungenödem

Hochrisiko-Patienten

  • Asthma in der Anamnese
  • Pulmonale Hypertonie in der Anamnese
  • Beginnendes Herzversagen

Unerwünschte Wirkungen an der Lunge reduzieren

  • Einsatz niedrig- oder iso-osmolarer Kontrastmittel
  • Hohe Kontrastmitteldosen vermeiden

  

C.3. Wirkung jodhaltiger Kontrastmittel auf Blut und Endothel

 

C.3.1. Thrombose

 

C.3.1.1. Jodhaltige Kontrastmittel

 

Die klinisch wichtige unerwünschte Wirkung jodhaltiger Kontratmittel auf Blut und Endothel ist die Thrombose.

Folgendes ist bekannt:

  • Alle Kontrastmittel haben antikoagulatorische Eigenschaften, insbesondere ionische Kontrastmittel.
  • Hoch-osmolare ionische Kontrastmittel können eine Thrombose durch Endothelschädigung verursachen, insbesondere bei venösen Untersuchungen.
  • Medikamente und interventionelle Instrumente, die das thromboembolische Risiko während einer Untersuchung reduzieren, minimieren das Ausmaß unerwünschter Kontrastmittelwirkungen.

 

Leitlinien

  • Eine sorgfältige angiographische Technik ist zwingend erforderlich, sie ist die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung thromboembolischer Komplikationen.
  • Für diagnostische und interventionelle angiographische Untersuchungen, inklusive Phlebographie, sollten niedrig- oder iso-osmolare Kontrastmittel verwendet werden.

 

C.3.2. Sichelzellanämie

 

C.3.2.1. Jodhaltige Kontrastmittel

  • Hoch-osmolare jodhaltige Kontrastmittel können bei Patienten mit Sichelzellanämie die roten Blutkörperchen sichelzellartig verformen, was zu einer Hämolyse und Verstopfung der kleinen Gefäße führen kann.
  • Niedrig- oder iso-osmolare jodhaltige Kontrastmittel führen bei Patienten mit Sichelzellanämie nicht zu mehr unerwünschten Wirkungen als in einer normalen Population.

 

Leitlinien

  • Niedrig- und iso-osmolare jodhaltige Kontrastmittel einsetzen.
  • Patienten vor Kontrastmittelgabe hydrieren.

 

C.3.2.2. Gadoliniumhaltige Kontrastmittel

 

  • Gadoliniumhaltige Kontrastmittel werden in niedrigerer Dosierung gegeben als iodhaltige Kontrastmittel. Dadurch ist die osmolare Ladung geringer und die Osmolalität des Kontrastmittels meist nicht problematisch.
  • Bisher gibt es keine Berichte zur unerwünschten Verformung der roten Blutzellen nach gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln.

 

Leitlinien

  • Es kann jedes gadoliniumhaltige Kontrastmittel eingesetzt werden.
  • Eine besondere Vorbereitung ist nicht erforderlich.

 

C.4. Kontrastmittel und Katecholamin-produzierende Tumoren (Phäochromozytom und Paragangliom)

 

Vorbereitung

a) Vor intravenöser Kontrastmittelgabe (jod- oder gadoliniumhaltige): sind keine speziellen Vorbereitungsmaßnahmen notwendig.

b) Vor intraarterieller Gabe eines jodhaltigen Kontrastmittels: ?- und ß-adrenerge Blockade mit oralen Medikamenten und zusätzlich eine intravenöse ?-Blockade mit Phenoxybenzamin unter Beobachtung des      überweisenden Arztes wird empfohlen.

 

Geeignete Kontrastmittel

Jodhaltige: Nicht-ionische Substanzen.

Gadoliniumhaltige: Ionische oder nicht-ionische Substanzen.

 

C.5. Schwangerschaft und Stillzeit

 

Jodhaltige Substanzen

Gadoliniumhaltige Substanzen

Schwangerschaft

a) Nur in Ausnahmefällen, wenn die radiologische Untersuchung wirklich notwendig ist, sollte Schwangeren jodhaltiges Kontrastmittel gegeben werden.

b) Hat eine Schwangere jodhaltiges Kontrastmittel bekommen, muss beim Neugeborenen innerhalb der ersten Woche nach der Geburt die Schilddrüsenfunktion überprüft werden.

a) Wenn eine zwingende Indikation für eine kontrastverstärkte MRT besteht, sollte Schwangeren nur die kleinstmögliche Dosis des stabilsten gadoliniumhaltigen Kontrastmittels (siehe Kontrastmittel: mittleres und niedrigstes NSF-Risiko, A.3.2.) verabreicht werden.

b) Hat eine Schwangere gadoliniumhaltige Kontrastmittel bekommen, sind keine Tests bei dem Neugeborenen erforderlich.

 Stillzeit

Mütter können nach Gabe eines jodhaltigen Kontrastmittels unverändert weiter stillen.

Wurden Substanzen aus der Gruppe mit hohem NSF-Risiko angewandt, sollte das Stillen bis 24 Stunden nach Kontrastmittelgabe ausgesetzt werden.

Schwangere oder Stillende mit eingeschränkter Nierenfunktion

Siehe renale unerwünschte Wirkungen (B.2.). Es müssen keine weiteren Vorsichtsmaßnahmen für den Fetus oder Neugeborenen berücksichtigt werden.

Keine gadoliniumhaltigen Kontrastmittel anwenden.

 

 

C.6. Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen und klinischen Tests

Generelle Empfehlungen

  • Medikamentenanamnese des Patienten berücksichtigen.
  • Sorgfältige Dokumentation der Kontrastmittelgabe (Zeit, Dosierung, Name).
  • Kontrastmittel dürfen nicht mit anderen Wirkstoffen in Schläuchen oder Spritzen vermischt werden.

Wirkstoffe, die besonders beachtet werden müssen

Metformin

Siehe Kapitel über renale unerwünschte Wirkungen (B.4.).

Nephrotoxische Medikamente

Cyclosporin

Cisplatin

Aminoglykoside

Nichtsteroidale antiinflammatorische Medikamente

Siehe Kapitel über renale unerwünschte Wirkungen (B.2.).

ß-Blocker

ß-Blocker können die Behandlung eines Bronchospasmus und das Ansprechen auf Adrenalin beeinträchtigen.

Interleukin-2

Siehe Kapitel über späte unerwünschte Wirkungen (A.2.).

 

Laborchemische Proben

Empfehlung                                                                                                      

Laborchemische Untersuchungen von Urin und Blut, die nicht für den Notfall erforderlich sind, sollten nicht innerhalb von 24 Stunden nach Kontrastmittelgabe durchgeführt werden.

 

Isotopen-Untersuchungen und/oder Behandlungen 

 

Schilddrüse

Bei Patienten, die mit radioaktivem jod therapiert werden, sollte mindestens zwei Monate vorher keine Kontrastmittelgabe vorgenommen werden.

Eine Isotopen-Bildgebung der Schilddrüse sollte zwei Monate nach Kontrastmittelgabe wenn möglich unterbleiben.

Knochen, Erythrozyten-Markierung                  

Jodhaltiges Kontrastmittel sollte mindestens 24 Stunden vor einer geplanten Isotopen-Untersuchung nicht mehr gegeben werden.

 

 

C.7. Sicherheit von Ultraschall-Kontrastmitteln

Generelle Aussage

  • Ultraschall-Kontrastmittel sind für gewöhnlich sicher.
  • Für schwerkranke Patienten und Patienten mit akuter KHK gibt es nur unzureichende Daten zu unerwünschten Wirkungen durch Ultraschall-Kontrastmittel.

Kontraindikationen

  • Innerhalb von 24 Stunden vor extrakorporaler Stoßwellen-Therapie sollte kein Ultraschall-Kontrastmittel gegeben werden.

Art und Schwere der Reaktionen

  • Die meisten Reaktionen sind leicht (z.B. Kopfschmerzen, Übelkeit, Hitzegefühl, Geschmacksstörung) und bilden sich spontan zurück.
  • Weitere schwere Akutreaktionen sind selten und vergleichbar mit jenen nach jodhaltigen und gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln (A.1.).

Zur Risikoreduzierung

  • Unverträglichkeit auf Inhaltsstoffe des Kontrastmittels prügen.
  • Den niedrigsten akustischen Output und die kürzeste Scanzeit wählen, die eine diagnostische Aussage erlaubt.

Behandlung

  • Tritt ein schweres Ereignis ein, siehe Kapitel über zur Behandlung akuter unerwünschter Wirkungen A.1.3.

 

C.8. Sicherheit von bariumhaltigen Kontrastmitteln

 

 

Empfehlung

Kontraindikationen

Darmwandintegrität eingeschränkt 

  • Jodhaltige wasserlösliche Kontrastmittel verwenden.
  • Bei Neugeborenen und Patienten mit Risiko einer Leckage in Mediastinum und/oder Lunge: niedrig- oder iso-osmolare Kontrastmittel bei oraler Kontrastmittelgabe einsetzen.

Bekannte frühere allergische Reaktion auf bariumhaltige Produkte

Jodhaltige wasserlösliche Kontrastmittel verwenden und auf die Therapie einer möglichen unerwünschten Reaktion vorbereitet sein.

Vorsicht bei

Darmstrikturen

Nur geringe Dosen verwenden.

Ausgedehnter Colitis

Bariuminläufe vermeiden.

Komplikationen

Verminderte Darmmotilität

Flüssigkeitsaufnahme fördern.

Venöses Intravasat

  • Frühzeitig erkennen und sorgfältig beobachten.
  • Antibiotika und intravenös Flüssigkeit verabreichen.
  • Notfallbehandlung könnte erforderlich werden.

 

Aspiration

  • Großere Mengen bronchoskopisch entfernen.
  • Physiotherapeutische Atem-therapie.
  • Antibiotika.

 

C.9. Kontrastmittel bei Kindern

 

  • Bei Neugeborenen, Kleinkindern und Kindern gelten ähnliche aber nicht dieselben Sicherheitsaspekte wie bei Erwachsenen.
  • Die Kontrastmitteldosierung muss an Patientenalter und -gewicht angepasst werden.
  • Es müssen die altersadaptierten Normwerte, beispielsweise Serum-Kreatinin, herangezogen werden.
  • Als jodhaltiges Kontrastmittel sollten nicht-ionische Substanzen eingesetzt werden.
  • Bei den gadoliniumhaltigen Kontrastmitteln sollten keine Substanzen mit hohem NSF-Risiko verwendet werden.
  • In der Fachinformation des Kontrastmittels steht, ob es auch bei Kindern zugelassen ist - dies ist nicht bei allen Kontrastmitteln der Fall.
  • Steht für einen speziellen Untersuchungsfall kein Kontrastmittel mit Kinderzulassung zur Verfügung, müssen die Eltern über den Off-Label-Einsatz aufgeklärt werden und eine Einwilligung unterschreiben. Ist ein Kontrastmittel bei Kindern absolut kontraindiziert, sollte es auch nicht bei Vorliegen einer Einwilligungserklärung gegeben werden.

 

C.10. Off-Label-Einsatz von Kontrastmitteln

 

  • Diagnostische und therapeutische Medikamente werden häufig Off-Label eingesetzt.
  • Die Fachinformation oder der Beipackzettel eines Kontrastmittels gibt Auskunft, für welche Patienten und Indikationen es zugelassen ist.
  • Wenn immer möglich, sollte ein Kontrastmittel gewählt werden, das für den speziellen Patienten und die Indikation zugelassen ist.
  • Gibt es kein geeignetes zugelassenes Kontrastmittel, muss der Patient über die Risiken und die Vorteile des Off-Label-Einsatzes aufgeklärt werden. Der Patient muss der Off-Label-Anwendung des Kontrastmittels zustimmen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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